Das Gesetz vom Minimum

Im 19. Jahrhundert formulierten die Agrarwissenschaftler Carl Sprengel und Justus von Liebig das Minimumgesetz.

Sie stellten fest, dass eine Pflanze eine Vielzahl von Mineralstoffen und Spurenelementen in einem harmonischen Verhältnis zueinander braucht, um überhaupt gedeihen zu können.
Das Minimumgesetz besagt, dass das Wachstum der Pflanze durch den Stoff begrenzt wird, der im Minimum vorliegt.


Das Gesetz vom Minimum lässt sich gut mit einem Weinfass aus Holz veranschaulichen.
Das Fass, das aus mehreren Dauben besteht, die jeweils einen Nährstoff darstellen, kann nur so viel Wasser halten, wie die kürzeste Daube zulässt.
Damit können die übrigen Nährstoffe nicht mehr genutzt werden.
Man kann beispielsweise soviele Kilogramm Phosphor düngen wie man will, wenn einige Gramm des Spurenelementes Bor fehlen: Die Pflanze wird nicht gedeihen.
Ein essentieller Nährstoff kann den anderen nicht ersetzen.

Auch ein Überschuss an einem Element kann die Aufnahme eines anderen Elementes stören (Gesetz vom Maximum von Andre Voisin).
So wird zum Beispiel durch einen Überschuss an Kalium die Aufnahme von Magnesium in die Pflanze gestört.
Obwohl Magnesium eigentlich ausreichend vorhanden ist, kann es bei Kaliumüberschuss zu Magnesiummangel kommen.

Deshalb ist es wichtig, den Boden umfassend zu untersuchen, um alle Mängel, Überschüsse und Ungleichgewichte aufzudecken.
Ohne eine Analyse macht eine Düngung wenig Sinn, sie schadet eher als sie nützt.