de
MENÜ

Die Schermetallgehalte meines Bodens sind erhöht - was kann ich tun?

In der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV) sind vorsorgende Regeln zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit verankert. Als wichtigste natürliche Lebensgrundlage steht der Boden unter besonderem Schutz. Hier hat der Gesetzgeger sogenannte Vorsorgewerte definiert. Bei Überschreitung der Vorsorgewerte besteht das Risiko schädlicher Bodenveränderungen und einer erhöhten Schwermetallaufnahme durch die Pflanze. Das bedeutet nicht gleich das Aus für den Anbau von Nahrungspflanzen, denn in der Regel sind noch keine gesundheitsgefährdenden Anreicherungen in den Ernteprodukten zu befürchten.

Zur Risikominimierung sollten aber folgende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden:

  • Für belastete Böden geben wir folgende Anbauempfehlungen:
Nicht geeignet (starke Anreicherung)
  1. Blattsalate
  2. Chicoree
  3. Endivie
  4. Grünkohl
  5. Kresse
  6. Mangold
  7. Möhren
  8. Petersilie
  9. Rettich
  10. Rhabarber
  11. Rosenkohl
  12. Rote Beete
  13. Schwarzwurzel
  14. Sellerie
  15. Spargel
  16. Spinat

Bedingt geeignet (schwache Anreicherung)
  1. Blumenkohl
  2. Broccoli
  3. Erdbeeren
  4. Kartoffeln
  5. Lauch/Porree
  6. Rotkohl
  7. Weißkohl

Geeignet (keine Anreicherung)
  1. Alle Obstarten
  2. Bohnen
  3. Erbsen
  4. Gurken
  5. Knoblauch
  6. Kohlrabi
  7. Kürbis
  8. Kräuter
  9. Paprika
  10. Radieschen
  11. Tomaten
  12. Zwiebel
  13. Zucchini

  • Durch das Aufbringen von unbelastetem Boden bzw. Bodenaustausch in ausreichender Stärke (30 bis 60 cm), oder durch Errichtung von Hochbeeten kann die Aufnahme von Schwermetallen und Arsen erheblich reduziert bzw. verhindert werden.
  • Damit bodennah wachsender Pflanzen (z. B. Erdbeeren) nicht mit belastetem Boden verschmutzt werden, sollten Sie unbelastetes Mulchmaterial, Stroh oder Folie verwenden.
  • Durch eine Kalkung wird, falls Kalkbedarf besteht, die Verfügbarkeit der Schwermetalle für die Pflanze reduziert.
  • Durch einen hohen Humusgehalt werden Schwermetalle gebunden und deren Aufnahme reduziert.
  • Verwenden Sie nur Komposte, die geprüft und schadstoffarm sind.
  • Reduzieren Sie den Einsatz von mineralischen Phosphat-Düngern auf ein Minimum.
  • Verzichten Sie auf den Einsatz von Pestiziden.
  • Verwenden Sie keine Holzasche zur Düngung oder als Kompostzusatz.
  • Vermeiden Sie Bodenverdichtungen.
  • Belastungen mit Arsen und Blei lassen sich durch Waschen und gegebenenfalls Schälen stark reduzieren.
  • Halten Sie keine Hühner auf mit Arsen und Blei belasteten Böden.
  • Mähen Sie Grünland nicht zu tief, damit möglichst wenig Erde in das Erntegut gelangt.

Bei Überschreitung der Prüfwerte besteht ein hinreichender Verdacht auf schädliche Bodenveränderungen und weitere Untersuchungen zur Gefahrenabwehr sind erforderlich. Vom Nutzpflanzenanbau raten wir dann ab.
Bei unsere Beurteilung der Schwermetallbelastung fließen auch pflanzenbauliche und bodenbiologische Aspekte ein. So kann es sein, daß wir vom Anbau von Nahrungsmittelpflanzen abraten, obwohl die Prüfwerte noch nicht überschritten wurden.

Wir bieten Ihnen die auch Möglichkeit, ausgewählte Ernteprodukte auf eine Schwermetallbelastung testen zu lassen.

 

Zurück zu den Analyseangeboten