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FAQ Wasseranalyse

Allgemeine Fragen zum Analyseablauf

Wie lange dauert die Analyse?

Die Wasseranalyse dauert circa 1 bis maximal 1,5 Wochen nach Laboreingang.

Wie erfolgt die Probeentnahme?

Eine detaillierte Anleitung zur Probeentnahme liegt jedem Probenahme-Set bei.

Außerdem finden Sie hier ein eine Anleitung und ein Video zur Probeentnahme.

Wann und wie verschicke ich meine Probe am besten?

Versenden Sie Ihre Probe möglichst am Tag der Probenahme.

Ist in Ihrer Analyse ein Bakterientest enthalten, muss dieser während dem Versand gekühlt werden (Isolierbeutel und Kühlakku liegt dem Probenahme-Set in diesem Fall bei). Verschicken Sie die gekühlte Probe montags oder dienstags, damit diese zeitnah in unserem Labor eingeht und die dauerhafte Kühlung der Probe sichergestellt werden kann.

Die Probe sollte sich nicht über das Wochenende auf dem Postweg befinden.

Für den Versand Ihrer Proben zum Labor empfehlen wir Ihnen die Deutsche Post/DHL oder DPD, da diese Versanddienstleister unser Labor täglich anfahren

Wie erhalte ich mein Analysenergebnis?

Den Analysenbefund erhalten Sie, wenn angegeben, per E-Mail. Ansonsten wird das Ergebnis mit der Post versandt.

Wie und wann erfolgt die Zahlung der Analyse?

Nachdem Sie Ihr Analyseergebnis erhalten haben, sendet Ihnen unsere Buchhaltung eine Rechnung separat per eMail. Bitte prüfen Sie gegebenenfalls Ihren Spam-Ordner. Den Rechnungsbetrag können Sie innerhalb von 14 Tagen per Überweisung begleichen.

Wenn wir keine eMail-Adresse von Ihnen haben, erhalten Sie Ihr Analyseergebnis inkl. der Rechnung per Post.

Beim Bestellvorgang ist keine Vorrauszahlung oder eine Bezahlung über PayPal möglich. Bitte tätigen Sie auch keine Vorab-Überweisungen.

Brunnenwasser

Der pH-Wert ist rot markiert, was bedeutet das?

Der pH-Wert sagt aus, ob ein Wasser alkalisch, neutral oder sauer ist. Sollte der pH-Wert außerhalb des Grenz- oder Richtwertebereiches liegen, wird der Wert rot markiert und die Eignung für den jeweiligen Verwendungszweck wird ausgeschlossen.

Saures Wasser hat die Eigenschaft, metallische Bauteile wie z.B. das Leitungssystem oder die Armatur anzugreifen.

Außerdem ist der pH-Wert für Poolwasser ausschlaggebend, da die Wirkung von Pool-Zusatzmitteln bei einem abweichenden pH-Wert reduziert werden kann.

Weitere Informationen zu den chemischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter den Punkten „Mineralstoffe“ und „Spurenelemente/Schwermetalle“

Die Trübung ist erhöht, was bedeutet das?

Eine erhöhte Trübung kann mehrere Ursachen haben. Zum Beispiel erhalten wir häufig Brunnenwasserproben, in denen Bodenpartikel oder Pflanzenteile beinhaltet sind. Um die Trübung zu reduzieren wäre hier eine einfache mechanische Filtration ausreichend.

Oftmals kommt eine Trübung durch Eisen- und Manganverbindungen zustande. In diesem Fall ist ebenfalls mit einer gelb- bräunlichen Färbung des Wassers oder von benetzten Oberflächen zu rechnen.

Die beiden Elemente Eisen und Mangan kommen häufig gemeinsam vor und sind meist geologischen Ursprungs. Sollte keine Analyse auf Gesamteisen und Mangan beauftragt worden sein, sollten Sie diese Untersuchung nachträglich vom Rückstellmuster Ihrer Probe durchführen lassen (die Proben sind nach dem Analysedatum noch für ca. 2 Wochen verfügbar). Eisen und Mangan lassen sich mit speziellen Enteisenungs- und Entmanganungsanlagen reduzieren.

Eine weitere Ursache für eine erhöhte Trübung kann eine mikrobiologische Belastung sein. Sollte keine mikrobiologische Analyse erfolgt sein, sollte diese nachträglich beauftragt werden. Wählen Sie hierzu das Analysepaket „Hygienepaket Basis“ oder „Hygienepaket Premium“.

Weitere Informationen zur Trübung finden Sie hier unter dem Punkt „Physikalische & elektrochemische Untersuchungen“

Eisen und/oder Mangan ist erhöht, was bedeutet das?

Eine erhöhte Konzentration von Eisen und/oder Mangan kommt meist geologisch bedingt vor und verursacht in vielen Fällen eine gelb-bräunliche Verfärbung und/oder Trübung des Wassers. Sollte keine Analyse auf Gesamteisen und Mangan beauftragt worden sein, sollten Sie diese Untersuchung nachträglich vom Rückstellmuster Ihrer Probe durchführen lassen (die Proben sind nach dem Analysedatum noch für ca. 2 Wochen verfügbar). Eisen und Mangan lassen sich mit speziellen Enteisenungs- und Entmanganungsanlagen reduzieren.

Weitere Informationen zu den chemischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter den Punkten „Mineralstoffe“ und „Spurenelemente/Schwermetalle“

Der DOC (gelöster organischer Kohlenstoffgehalt) ist erhöht, was bedeutet das?

Der DOC (gelöster organischer Kohlenstoff) des Wassers ist ein wichtiger Indikator für die Reinheit des Wassers bzw. für die Belastung des Wassers mit unerwünschten und möglicherweise gesundheitsgefährdenden organischen Substanzen menschlicher Herkunft. Ein erhöhter DOC-Gehalt lässt nicht gleich auf eine Gesundheitsgefahr schließen.

Den Ursachen für anormale Veränderungen muss durch Einzelstoffanalysen nachgegangen werden.

Die DOC-Messung ist in der Trinkwasserverordnung ohne Grenzwert verankert, d.h. der DOC-Wert eines Wassers sollte sich gegenüber früheren Messungen nicht erhöhen.

In sauberem Trinkwasser sind DOC-Werte unter 1,5 mg C/l normal.

Eine Aufbereitung kann z.B. über Aktivkohlefilter erfolgen.

Weitere Informationen zu den chemischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter den Punkten „Mineralstoffe“ und „Spurenelemente/Schwermetalle“

Ich habe coliforme Keime, Escherichia Coli und/oder Enterokokken im Brunnenwasser, woran liegt das und was kann ich tun?

Eine Belastung durch diese Bakterien und Keime deutet auf eine fäkale Verunreinigung des Wassers hin.

Bei Brunnen geschieht dies häufig, wenn Undichtigkeiten bestehen, sodass kleinere Tiere (z.B. Mäuse, Insekten, Schnecken, Frösche) in den Brunnen eindringen können. Auch oberflächlich ablaufendes Regenwasser kann die Ursache für eine solche Belastung sein.

Um eine erneute Verunreinigung zu verhindern, sollte der Brunnen zunächst vollständig abgedichtet werden. Im Anschluss kann eine Chlorung des Brunnens vorgenommen werden. Dazu eigenen sich Chlortabletten, die zur Desinfektion von Swimming-Pools verwendet werden. Wichtig dabei ist, das komplette Leitungssystem zu chloren und auf eine entsprechende Dosierung zu achten. Außerdem sollte der Brunnen im Anschluss an die Chlorung gründlich gespült werden.

Weitere Informationen zu den mikrobioligischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter dem Punkt „Mikrobiologische Untersuchung“

Leitungswasser

Die Trübung ist erhöht, was bedeutet das?

Eine erhöhte Trübung kommt meist dann zustande, wenn aus dem Leitungsmaterial Metalle ins Wasser abgegeben werden. Ursache dafür sind Korrosionen, die auf alte Leitungsstränge hindeuten. Häufig tritt eine erhöhte Trübung in Verbindung mit einer leicht gelblichen Färbung des Wassers sowie Konzentrationen von Eisen und Mangan auf.

In den meisten Fällen besteht trotz einer vorliegenden Korrosion keine Gesundheitsgefahr (wenn alle weiteren Grenzwerte eingehalten werden).

In diesem Fall sollte Wasser zum Trinken oder Kochen nach längerer Stagnationszeit für mehrere Minuten laufen gelassen werden, sodass das abgestandene, metallhaltige Wasser aus den Leitungen herausgespült wird.

Trotzdem sollte auf lange Sicht ein Austausch der betroffenen Leitungsstränge erfolgen, damit ein Fortschreiten der Korrosion und somit die Gefahr eines Rohrbruchs mit Folge eines Wasserschadens verhindert wird.

Weitere Informationen zur Trübung finden Sie hier unter dem Punkt „Physikalische & elektrochemische Untersuchungen“

Die Gesamthärte ist rot markiert, was bedeutet das?

Die Gesamthärte ist kein direktes Qualitätsmerkmal einer Trinkwasseranalyse. Das bedeutet, dass weder hartes noch weiches Wasser besonders gut oder schlecht ist.

Die Härte wird in folgende Bereiche gegliedert:

Weich: bis 7,3 °dH

Mittel: 7,3 bis 14 °dH

Hart: 14 bis 21,3 °dH

Sehr Hart: ab 21,3 °dH

Kunden, die eine Enthärtungsanlage installiert haben und deren Gesamthärte unter 6 °dH liegt, sollten Ihre Anlage nachregeln lassen. In diesem Fall empfehlen wir, das System auf eine Gesamthärte von 7 bis 8 ° dH einzustellen.

Eine zu niedrig eingestellte Enthärtungsanlage gibt viel Natrium ins Wasser ab. Ein muffiger Geruch und ein beeinträchtigter Geschmack können die Folge sein.

Außerdem werden die Leitungsmaterialien durch einen gewissen Kalkgehalt geschont, sodass eine Korrosion des Leitungssystems verhindert wird.

Ist die Gesamthärte natürlicherweise so niedrig (ohne Aufbereitung) besteht kein Handlungsbedarf.

Der Natriumgehalt ist erhöht, was bedeutet das?

Ein im Leitungswasser erhöhter Natriumgehalt stammt in den meisten Fällen aus einer zu niedrig eingestellten Enthärtungsanlage.

Bei einer Enthärtungsanlage findet ein Austausch der Mineralien, welche die Härte verursachen, mit Natrium (aus Salztabletten) statt. Müssen zu große Mineralstoffgehalte aus dem Wasser entfernt werden, steigt dementsprechend der Natriumgehalt stark an.

Viele Kunden mit diesem Problem beschreiben bei Ihrem Wasser einen muffigen Geruch und einen beeinträchtigten Geschmack des Wassers.

Die Enthärtungsanlage sollte in diesem Fall mindestens auf einen Härtegrad von 7 °dH eingestellt werden; je nach Gesamthärte im Ursprungszustand gegebenenfalls auf einen noch höheren Härtegrad.

Kupfer, Nickel und/oder Zink ist erhöht, woran liegt das und was kann ich tun?

Eine erhöhte Konzentration an Nickel, Zink und Kupfer beobachten wir häufig bei entweder sehr alten Leitungssträngen/Armaturen oder bei neu installierten. Dies liegt daran, dass sich bei neuen Leitungen/Armaturen noch keine schützende Kalkschicht innerhalb der Rohre gebildet hat, sodass sich Metalle aus dem Material lösen können. Die Werte sollten, wenn die Ursache an dem neuen Bauteil liegt, im Laufe der Zeit geringer werden.

Das Wasser sollte in diesem Fall morgens vor der ersten Nutzung etwas laufen gelassen werden, um das Wasser, das über Nacht in der Leitung stagniert ist, herauszuspülen.

Eine weitere Ursache kann eine zu niedrig eingestellte Enthärtungsanlage darstellen. Dies liegt daran, dass Enthärtungsanlagen das sogenannte Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht eines Leitungswassers stören. Durch die Enthärtung entsteht „überschüssige“ Kohlensäure, welche langfristig das Metall der Haushaltsgeräte und Wasserleitungen angreifen kann und somit zu Schäden in einer Trinkwasserinstallation führen kann.

Weitere Informationen zu den chemischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter den Punkten „Mineralstoffe“ und „Spurenelemente/Schwermetalle“

Eisen und/oder Mangan ist erhöht, was bedeutet das?

Eine erhöhte Konzentration von Eisen und/oder Mangan kommt meist dann zustande, wenn im Leitungssystem eine Korrosion vorliegt. Ursache dafür sind häufig alte Leitungsstränge oder eine zu niedrig eingestellte Enthärtungsanlage.

Oft äußert sich ein erhöhter Eisen- und Mangangehalt durch eine Trübung und/oder eine leicht gelbliche Färbung des Wassers.

In den meisten Fällen besteht trotz einer vorliegenden Korrosion keine Gesundheitsgefahr (wenn alle weiteren Grenzwerte eingehalten werden).

In diesem Fall sollte Wasser zum Trinken oder Kochen nach längerer Stagnationszeit für mehrere Minuten laufen gelassen werden, sodass das abgestandene, metallhaltige Wasser aus den Leitungen herausgespült wird.

Trotzdem sollte auf lange Sicht ein Austausch der betroffenen Leitungsstränge erfolgen, damit ein Fortschreiten der Korrosion und somit die Gefahr eines Rohrbruchs mit Folge eines Wasserschadens verhindert wird.

Weitere Informationen zu den chemischen Untersuchungsparametern finden Sie hier unter den Punkten „Mineralstoffe“ und „Spurenelemente/Schwermetalle“

Die Koloniezahl ist erhöht, woran liegt das und was kann ich tun?

Die beiden Parameter der Koloniezahl geben einen Überblick über den allgemeinen hygienischen Zustand eines Wassers. Bei diesen Bakterien muss es sich nicht um schlechte, krankmachende Bakterien handeln, man kann es jedoch auch nicht ausschließen. Die angegebenen Temperaturen stellen die Bebrütungstemperatur dar. Das bedeutet, dass bei 22 °C eher kälteliebende Bakterien wachsen, bei 36 °C eher wärmeliebende.

Leider ist trotz beiliegender Anleitung häufig eine fehlerhafte Probenahme die Ursache für eine erhöhte Koloniezahl.

Sollten Sie bei der Probenahme keine Desinfektion des Wasserhahns vorgenommen haben, ist der Wert der Koloniezahl nicht aussagekräftig und die Untersuchung sollte mit einer neuen Probe wiederholt werden.

Wurde die Probenahme korrekt durchgeführt, sollten folgende Punkte geprüft und ggf. behoben werden:

  • Eine der häufigsten Ursachen stellt die Armatur selbst dar. Besonders Armaturen, an denen viele Kunststoffteile verbaut sind, weisen eine Anfälligkeit für eine Biofilmbildung auf. Dies ist vor allem bei Armaturen mit einem ausziehbaren Schlauch/Brause der Fall. Entweder kann ein direkter Austausch der Armatur, oder im Zweifelsfall eine Kontrolluntersuchung an einer anderen, weniger fraglichen Entnahmestelle erfolgen.
  • Eine zu niedrige Warmwassertemperatur kann zu einem verstärkten Bakterienwachstum führen. Die Temperatur des Warmwassers sollte an allen Entnahmestellen mindestens 55 °C betragen. Außerdem sollten die Entnahmestellen regelmäßig mit heißem Wasser durchgespült werden (ca. alle 3 Tage mind. 55 °C). Anschließend sollte noch mal kurz Kaltwasser laufen gelassen werden.
  • Die regelmäßige Wartung von Aufbereitungsanlagen ist für einen einwandfreien hygienischen Zustand des Leitungssystems unerlässlich. Prüfen Sie, ob eine solche Wartung oder Spülung überfällig ist. Bitte auch in der Nähe der Wasseruhr prüfen, ob dort ein Vorfilter installiert ist. Dieser muss ebenfalls regelmäßig (meist halbjährlich) gespült werden.
  • In älteren Gebäuden kommen gelegentlich sogenannte Totleitungen (Leitungsstück, bei dem die Entnahmestelle zurückgebaut wurde, das Rohr aber noch in der Wand liegt) vor, in denen ständig Wasser stagniert. Eine solche Stagnation stellt immer eine Verkeimungsgefahr dar. Totleitungen müssen durch ein Fachunternehmen zurückgebaut und somit vollständig vom Rest der Trinkwasserinstallation getrennt werden.
  • Ähnlich verhält es sich mit selten genutzten Entnahmestellen. Hier sollte die lange Stagnation durch ein regelmäßiges Spülen (alle 3 Tage zunächst mit Heiß- und dann mit Kaltwasser) erfolgen.
  • Durch Montagearbeiten an der Hausinstallation können ebenfalls Bakterien eingetragen werden. Daher sollten solche Arbeiten nur durch zertifizierte Fachunternehmen durchgeführt werden. Sollte es dennoch zu einer Verunreinigung kommen, genügt in der Regel ein gründliches Spülen der Leitungen.
  • Neben der fehlenden Desinfektion kommt es leider gelegentlich zu sonstigen Fehlern bei der Probenahme (versehentliches Berühren der Innenseite des Behälters/Deckels mit den Fingern; Probe nicht umgehend verschlossen; Kontamination des Entnahmehahns nach der Desinfektion). Im Zweifelsfall sollte eine Kontrollprobe zur Analyse eingeschickt werden, bei der explizit auf die richtige Vorgehensweise geachtet wird.

Wählen Sie für eine Nachkontrolle der Koloniezahl im Bestellformular den Punkt „Einzeluntersuchungen“ (24,90 € inkl. MwSt.).

Es wurde eine Legionellen-Belastung festgestellt, was muss ich tun?

Bei einem Wert von mehr als 100 KBE/100 mL besteht eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr, sodass unverzüglich weitere Schritte zur Infektionsprävention und Reduktion der Keimbelastung einzuleiten sind. Eine Benachrichtigung des zuständigen Gesundheitsamtes sollte umgehend erfolgen.

Ein positiver Befund auf Legionellen unter 100 KBE/100 mL ist ebenfalls ernst zu nehmen und sollte weiter untersucht werden. Auch in diesem Fall sollte das zuständige Gesundheitsamt informiert werden, um die Quelle der Verkeimung zu ermitteln und präventive Maßnahmen einzuleiten.

Weitere Informationen zu Legionellen finden Sie hier unter dem Punkt „Legionellen“

Werden beim Raiffeisen-Laborservice auch Medikamentenrückstände in Wasser untersucht?

Häufig erreichen uns Anfragen bezüglich Medikamenten- oder Hormonbelastungen im Leitungswasser.
Tatsächlich werden in Zu- und Abläufen von Kläranlagen, Oberflächengewässern und sogar in Spuren im Grundwasser regelmäßig Konzentrationen von Arzneimittelstoffen wie z.B. Diclofenac (Wirkstoff der Schmerztablette Voltaren) oder 17-alpha-Ethinylestradiol (Wirkstoff der Antibabypille) nachgewiesen. Leider können wir Ihnen aufgrund fehlender Messgerätetechnik keine Analyse auf solche Stoffe anbieten. Da von Ihrem Trinkwasserversorger regelmäßig Analysen auf solche organischen Belastungen durchgeführt werden, ist eine gesundheitliche Gefährdung auszuschließen.

Zur Veranschaulichung haben wir Ihnen im Folgenden ein Rechenbeispiel angefügt:
Eine Voltaren Tablette beinhaltet 25 mg des Wirkstoffes Diclofenac. In der Elbe wurden z.B. 0,03 µg/L Diclofenac nachgewiesen. Dementsprechend müsste ein Mensch 1140 Jahre lang täglich 2 Liter Wasser direkt aus der Elbe trinken, um auf die Diclofenac-Dosis einer einzigen Tablette Voltaren zu kommen.

Natürlich ist das Problem nicht zu vernachlässigen, da solche Arzneimittel-Wirkstoffe bereits in den nachgewiesenen Konzentrationen große Schäden in unserer Umwelt hervorrufen können. Kleinste Wasserorganismen reagieren durchaus empfindlich auf solche Substanzen, sodass das Ökosystem in Flüssen und Seen aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Durch den Eintrag von Östrogenen (weiblichen Sexualhormonen) aus der Antibabypille wurde beispielsweise bereits eine Verweiblichung von verschiedenen Fischarten beobachtet.

Daher fordern wir dringend zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Arzneimitteln auf. Nehmen Sie nur Medikamente ein, wenn es notwendig ist und entsorgen Sie abgelaufene oder nicht mehr genutzte Arzneimittel (auch flüssige) niemals in der Toilette!

Fragen zum Analyseergebnis

Was bedeutet die Bestimmungsgrenze (BG)?

Zum Verständnis zwei etwas saloppe Erklärungen zu den chemischen Fachbegriffen:

Nachweisgrenze (NWG): “Wir haben den Stoff gefunden, trauen uns aber nicht zu sagen wie groß der Zahlenwert genau ist.” Wir verfügen über modernste Meßtechnik mit sehr niedrigen Nachweisgrenzen. Konzentrationen, die an der Nachweisgrenze liegen, sind daher aus gesundheitlicher Sicht nicht relevant.

Bestimmungsgrenze (BG): “Wir haben den Stoff gefunden und können die Konzentration genau genug messen, um sie anzugeben.” Konzentrationen unterhalb der Bestimmungsgrenze stellen kein Gesundheitsrisiko dar.

Die Angaben "<BG" bedeuten, dass der Messwert kleiner als die Bestimmungsgrenze ist.

Bei Arsen bedeutet "<BG" beispielsweise: Die Konzentration ist kleiner als 8 Mikrogramm pro Liter. Unser Messgerät kann kleinere Konzentrationen als diese Grenze nicht eindeutig bestimmen, weshalb dieser statistisch errechnete Wert angegeben wird. Da der Wert jedoch unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung liegt (z.B. 10 µg/L Arsen), besteht kein gesundheitliches Risiko für Sie.

Element Bestimmungsgrenze
Aluminium, Bor 10 µg/l = 0,01 mg/l
Arsen 8 µg/l = 0,008 mg/l
Calcium 0,2 mg/l
Cadmium 1µg/l = 0,001 mg/l
Chlorid 1 mg/l
Chrom, Kupfer, Nickel, Zink 2 µg/l = 0,002 mg/l
Eisen (gelöst Fe 2+) 1 µg/l = 0,001 mg/l
Kalium, Magnesium 0,1 mg/l
Blei 5 µg/l = 0,005 mg/l
Phosphat 0,05 mg/l
Sulfat 5 mg/l
Uran 3 µg/l = 0,003 mg/l

Mein Wasser ist laut Befund als Trinkwasser geeignet, aber nicht als Gieß- und/oder Fischgewässer. Wie kommt das?

Die Grenzwerte für manche Parameter liegen beim Gieß- oder Fischgewässer niedriger als beim Trinkwasser.

Beim Gießwasser gilt die Regel, dass bei der Bewässerung eines Nutzgartens keine Gesundheitsgefahr für Sie als Verbraucher von Obst oder Gemüse besteht. Allerdings kann es je nach Substanz sein, dass das Pflanzenwachstum beeinträchtigt werden kann.

Beim Aquarium und beim Teichwasser ist es so, dass Fische sehr empfindlich auf Metall- und Salzkonzentrationen reagieren. Daher ist besonders in diesen Parameter der Grenzwert abweichend zum Trinkwasser-Grenzwert.

Ist das Raiffeisen-Labor akkreditiert?

Unser Labor ist nicht akkreditiert.

Eine akkreditierte Wasseranalyse setzt eine Probenahme durch einen sachverständigen Probenehmer (als neutrale dritte Person) vor Ort voraus, was wir nicht anbieten können. Wir wenden die gleichen Analysemethoden und die gleichen Qualitätsrichtlinien wie akkreditierte Labore an und verfügen über modernste Meßtechnik.

Eine akkreditierte Analyse kostet wegen höherer Kosten für Verwaltung, Probenahme und Dokumentation in der Regel über das Doppelte unserer Gebührensätze. Eine akkreditierte Analyse nur Sinn, wenn es um gerichtliche Auseinandersetzungen oder Nachweispflichten gegenüber dem Gesundheitsamt geht. Für die Eigenkontrolle genügt eine nicht akkreditierte Analyse mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis vollkommen. Nicht akkreditiert bedeutet nicht zwangsläufig schlechtere Analysequalität. Wir liefern Ihnen preiswert verlässliche Analyseergebnisse und eine gute Fachberatung!

Kann ich die Analyse beim Gesundheitsamt einreichen?

Unsere Wasseranalysen dienen nur der persönlichen Information. Sie können nicht für das Gesundheitsamt, gutachterliche Nachweise sowie juristische Auseinandersetzungen genutzt werden.

Für eine amtliche Analyse muss ein akkreditierter Probenehmer bei Ihnen vor Ort die Probe entnehmen. Dies läuft bei uns anders ab: Sie würden von uns ein Probenahmeset zugeschickt bekommen, womit Sie selber die Probe entnehmen und zu uns zurück senden.