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Infos zu Wasser

Trübung

Enthält Wasser Schwebstoffe oder Kolloide, vermindert sich die Transparenz. Ursache ist die Lichtstreuung, die durch diese Partikel verursacht wird. Über die photometrische Trübungsmessung wird ermittelt, wie hoch der Anteil der ungelösten Partikel in der Wasserprobe ist. Partikel sind im Wasser aus ästhetischen und hygienischen Gründen unerwünscht. Algen, Bakterien, Rostpartikel, Bodenteilchen, Kalkpartikel tragen zur Erhöhung des Trübungswertes bei. Bei Brunnenanlagen führen häufig höhere Mangan- und Eisengehalte zu erhöhter Trübung. Sauberstes Wasser hat eine Trübung von 0,016 NTU, gutes Trinkwasser 0,05 - 0,5 NTU. Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegt bei 1,0 NTU, denn sauberes Trinkwasser soll frei sein von ungelösten Stoffen. Bei einer höhten Trübung können sich Beläge im Leitungssystem bilden und es kann zu Geruchs- und Geschmacksproblemen kommen. Außerdem können sich Bakterien an Feststoffpartikel an- oder in Mikroflocken einlagern. Ein getrübtes Wasser hygienisch einwandfrei zu halten ist dadurch schwierig. 

 

Koloniezahl

Die Koloniezahl ist ein Indikator für die allgemeine mikrobiologische Belastung des Wassers ohne nähere Hinweise auf vorhandene Krankheitserreger.
Hierbei wird  jeweils 1 ml Wasserprobe auf einen Nährboden gegeben und bei 22 °C und
36 °C für 48 Stunden bebrütet. Die Kolonien, die sich entwickelt haben, werden bei 6 - 8 facher Lupenvergrößerung ausgezählt. Die Bebrütungstemperatur gibt Hinweise auf die Herkunft der Bakterien. Bei 22 °C wächst die Mehrzahl der Keime, die überall in der Umwelt vorkommen, aus dem Boden stammen und Nachverkeimungen bzw. schleimige Beläge in Rohrleitungen ausbilden können. Bei 36 °C entwickeln sich Wärme liebende Bakterienarten, die auf Fäulnisprozesse im Boden und eventuell auf Fäkalien hinweisen.
Für beide Koloniezahlen gilt bei der TrwVO ein Grenzwert von 100, d. h. ein völlig keimfreies Wasser ist aus gesundheitlicher Sicht nicht notwendig.
Häufige Ursachen für erhöhte Koloniezahlen sind verkalkte/verunreinigte Perlatoren/Siebe im Wasserhahn, selten benutzte Wasserhähne, tote Rohrleitungsabschnitte, schlecht gewartete Wasserfilter oder kürzlich durchgeführte Montagearbeiten an der Hausinstallation. Eine vorbeugende, regelmäßige Reinigung des Perlators ist sehr empfehlenswert.

 

Escherichia coli und coliforme Keime

Die Trinkwasserverordnung fordert, dass Trinkwasser frei von Krankheitserregern sein muss.
Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn in 100 ml Trinkwasser weder E. coli noch Coliforme nachgewiesen werden. Beide Parameter sind Indikatoren, ob das Wasser mit Keimen aus menschlichen oder tierischen Fäkalien oder anderen Ursprungs  belastet ist.
Coliforme Keime vermehren sich rasch.
Viele Arten von coliforme Keimen sind Bestandteil der Darmflora und wichtig für die Verdauung. Daneben gibt es aber auch Arten (z.B. Ehec), die Giftstoffe abgeben und damit den Körper schwächen oder schädigen können. So kann z.B. die Funktion der  Darmschleimhaut gestört und Durchfall verursacht werden. Gelangen solche Keime in die Blutbahn oder die Lunge, kann es zu bakteriellen Infektionen kommen. Eine regelmässige Kontrolle des Brunnenwassers vor allem in ländlichen Regionen mit intensiver Viehhaltung ist empfehlenswert.

 

Enterokokken

Enterokokken sind kugelförmige Bakterien aus der Dickdarmflora von Menschen, Säugetieren und Vögeln. Da sich Enterokokken nicht in Wasser, sondern nur im Körper vermehren können, sind sie ein eindeutiger Nachweis für fäkale Verunreinigungen des Wassers. Daher besteht bei einem positiven Befund der Verdacht, dass noch weitere pathogene Verunreinigungen vorliegen. Anders als Kolibakterien sind Enterokken wesentlich resistenter gegen Umwelteinflüsse oder Desinfektionsmitteln wie Chlor. Ihr Auftreten  deutet also auf bereits länger vorliegende hygienische Probleme hin.
Nach der TrwVO dürfen in 100 ml Probe keine Enterokokken nachweisbar sein.
Enterokokken können bei Personen mit geschwächtem Immunsystem Wund- und Harnwegsinfektionen verursachen. Problematisch ist auch, dass verschiedene Enterokokken-Stämme Resistenzen gegenüber Antibiotika ausbilden.
Bei einem positiven Befund sollte nur noch abgekochtes Wasser getrunken werden.
Ursache für das Vorkommen von Enterokokken sind häufig lange Stagnationszeiten von Wasser im Rohrleitungssystem, was zur Bildung von Biofilmen führt.

 

Aluminium

Aluminium löst sich in versauerten Böden aus den Tonmineralien und kann so ins Brunnenwasser gelangen. Eine weitere Quelle sind ungeeignete Opferanoden in Warmwasserbehältern. Die Trinkwasserverordnung sieht einen Grenzwert von 0,2 mg je Liter vor, da Aluminium im Verdacht steht, besonders auf die Nerven des menschlichen Körpers negative Auswirkungen zu haben (Alzheimer).

Ammonium

Die Toxizität von Ammonium ist gering. Allerdings ist Ammonium ein Indikator für die Verunreinigung des Brunnenwassers durch Abwasser, Gülle oder Jauche. Es gilt ein Grenzwert von 0,5 mg/l.

Barium

Barium ist ein nicht lebensnotwendiges Erdalkalimetall. Es kommt in der Natur nur in Verbindungen, nicht in elementarer Form vor.  Trinkwasser ist in der Regel bariumarm und enthält weniger als 100 Mikrogramm Barium pro Liter. Die durchschnittliche Tagesaufnahme eines Erwachsenen liegt bei 500 Mikrogramm. Vegetarier nehmen bis zu 1000 Mikrogramm zu sich, was gesundheitlich unbedenklich ist. Die Nahrungsmittel mit dem höchsten Bariumgehalt sind Nüsse, Fisch und Seetang.

Blei

Bei älteren Gebäuden kann es noch Leitungsabschnitte aus Blei geben. Je nach Wasserbeschaffenheit kann sich Blei aus der Rohrwandung herauslösen, wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung absteht. Auch bei der Korrosion verzinkter Stahlrohre kann Blei als Begleitelement von Zink freigesetzt werden. Der Grenzwert für Blei liegt bei 10 Mikrogramm/Liter. Dieser Wert ist deshalb so niedrig, um chronische Belastungen zu vermeiden, die vor allem bei Kleinkindern und Schwangeren das blutbildende System und das Nervensystem schädigen können.

Cadmium

Cadmium kann aus Verunreinigungen in verzinkten Rohren oder von cadmiumhaltigen Lötstellen in Behältern und Entnahmevorrichtungen stammen. Cadmium lagert sich ins Skelett ein und belastet die Nieren.

Calcium (auch Kalzium)

Ist das dritthäufigste Element der Erdkruste. Kalzium ist Bestandteil von Knochen und Zähnen und spielt eine wichtige Rolle beim Zellstoffwechsel, beim Nervensystem (Muskelkontraktion) und bei der Blutgerinnung. Als natürlicher Bestandteil des Wassers
stabilisiert es zusammen mit Magnesium den pH-Wert und beeinflusst die Wasserhärte.

Chlorid

Chlorid ist Bestandteil von Kochsalz. ERhöhte Chloridgehalte sind nicht gesundheitsschädlich. Höhere Chloridgehalte machen das Wasser korrosiv. Damit Leitungssysteme nicht zu Schaden kommen, beträgt der Grenzwert 250 mg/l.

Chrom

Für Chrom gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,05 mg je Liter Trinkwasser. Chrom ist essenzielles Spurenelement. Da der Bedarf sehr niedrig ist, liegt auch die Toxizitätsschwelle niedrig, insbesondere der sechswertigen Form. Chrom wird zur Veredlung von Armaturen benutzt und kann auf diesem Weg das Wasser belasten.

Eisen

Eisen im Trinkwasser ist nicht gesundheitsgefährdend, hat aber unerwünschte Auswirkungen wie Trübung und Verfärbung des Wassers, schlechter Geschmack, Wäscheflecken, Ausfällungen und Ablagerungen. Auch die Gefahr der Verkeimung des Wassers ist erhöht. In sauerstoffarmen Grundwasser liegt es in dreiwertiger Form vor. Wird es im Brunnen nach oben gepumpt und kommt an die Luft, oxidiert es zur wasserunlöslichen dreiwertigen Form und bildet braunrote Niederschläge. Sind die Eisengehalte in Gebäuden mit Anschluss an das öffentliche Netz erhöht, kann dies ein Hinweis auf Korrosion im Leitungssystem sein (alte Rohre, Totleitungsstücke, sehr selten genutzte Wasserhähne). Der Grenzwert von 200 Mikrogramm/Liter begründet sich also im Schutz der Rohre/Elektrogeräte und dem ästhetischen Empfinden (Farbe) bzw. dem guten Geschmack. Sie könnten also z. B. ein Wasser mit 3 mg Eisen/Liter gefahrlos trinken, nur handelt es sich dabei um eine braune und schlecht schmeckende Brühe.

Kupfer

Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement (Bildung von roten und weißen Blutkörperchen, Funktion des zentralen Nervensystems. Doch bei erhöhten Konzentrationen infolge von Korrosion im Leitungssystem kann die langfristige Zufuhr gesundheitliche Störungen verursachen. Besonders empfindlich sind Kleinkinder (Leberbelastung).

Mangan

Mangan ist für den Menschen lebensnotwendig und befindet sich in nennenswerten Mengen nur im Brunnenwasser. In sauerstoffhaltigem Wasser fällt es als Braunstein aus. Im Rohrnetz bilden sich dann meist weiche, schwarzbraune schmierige Ablagerungen, die auch die Magnetventile in Wasch- und Spülmaschinen funktionsunfähig machen können. Die Wirkung einer Chlorung kann durch die Oxidation von Mangan reduziert oder sogar aufgehoben werden, was zum Problem für die Wasserhygiene werden kann. Ab 0,5 mg Mangan/Liter wird der Geschmack des Wassers negativ beeinflusst. Beim Wäschewaschen können schwarzbraune Flecken entstehen. Der niedrige Grenzwert für Mangan (50 Mikrogramm/l) hat also technische und hygienische Gründe.

Natrium

Natrium ist ein lebensnotwendiges Element und kommt praktisch in allen Wässsern vor. Werden Ionenaustauscher zur Wasserenthärtung eingesetzt, werden die Härtebildner Kalzium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht. Dies kann zu einem beträchtlichen Anstieg der Natriumkonzentration führen. Säuglinge reagieren besonders empfindlich auf Natrium, da ihre Nieren noch nicht ganz ausgereift sind. Eine erhöhte Aufnahme beeinträchtigt auch die Darmflora des Kindes. Die Enthärtungsanlagen sollten deshalb so eingestellt werden, dass das Gleichgewicht zwischen Kalzium, Magnesium und Natrium nicht aus den Fugen gerät und die Wasserhärte nicht zu niedrig ist.

Nickel

Nickel stammt in der Regel aus verchromten Armaturen (Wasserhähne etc.). Vor allem neu installierte Armaturen und alte beschädigte Armaturen geben mehr Nickel ab. Vor der Entnahme von Trinkwasser sollte man ca. 250 ml Wasser ablaufen lassen, um den Hahn zu spülen. Nickel ist ein essentielles Spurenelement. Es wird in sehr geringen Mengen gebraucht, daher ist die Schwelle zur Toxizität sehr niedrig. Es löst Allergien aus.

Nitrat

Nitrat gelangt durch Mineralisation organischer Masse, durch Einträge von Stickoxiden als salpetrige Säure, durch die Nitrifizierung von Ammonium-Stickstoff aus Gülle und Stallmist und über Mineraldünger in den Boden. Ist das Angebot von Nitrat höher als der Bedarf der Pflanze oder liegt ein erhöhtes Nitratangebot außerhalb der Vegetationsperiode im Boden vor, so besteht die Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser. Dies ist nicht nur ein ökonomischen Schaden und eine Verschlechterung der Düngeeffizienz, sondern auch eine Gefahr für das Grundwasser. Nitrat selbst ist relativ ungefährlich für den Menschen und wird über die Nieren ausgeschieden. Gefährlich am Nitrat ist, dass es im Magen zu Nitrit reduziert werden kann. Eine hohe Aufnahme von Nitrat bzw. Nitrit stellt für den Menschen ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar. Es kann zu einer sogenannten Methämoglobinämie (Blausucht) bei Säuglingen kommen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass sich aus Nitrit und Aminen (Eiweissbausteinen) Nitrosamine bilden können. Sie gelten als krebserregend. Für Nitrat würde ein Grenzwert von 50 mg/l, für Nitrit 0,5 mg/l festgelegt. Die Summe der Nitratkonzentration geteilt durch 50 und der Nitritkonzentration geteilt durch drei darf nicht größer als 1 sein.

Sulfat

Sulfat kommt in allen Wässern vor und ist ein wesentlicher Mineralstoffbestandteil. In unbelastetem Grundwasser werden zwischen 20 und 50 mg Sulfat/l gefunden. Bei Brunnenanlagen können erhöhte Sulfatwerte geologisch bedingt sein (z. B. Gipskeuper),
aber auch auf Belastungen durch Düngemittel und Abwässer hinweisen, da es leicht ausgewaschen wird. Ab 250 mg und mehr stört es Magen und Darm und wirkt abführend. Auch der Geschmack des Wassers ist dann beeinträchtigt.

Wasserhärte

Als Gesamthärte des Leitungswassers gilt die Gesamtsumme der Erdalkalien Kalzium und Magnesium, die im Wasser gelöst sind. Sie ist vom geologischen Ursprung des Wassers abhängig. Je höher der Gehalt von Kalzium und Magnesium ausfällt, desto höher die Gesamthärte. Dieser Härtegrad wird in deutschen Härtegraden, kurz °dH, angegeben. Bei zu hoher Härte leidet das Aroma von Kaffee, Tee und Kakao, weil die Gerbstoffe als Kalksalze ausfallen. Ab einem Härtegrad von 21 °dH ist eine Enthärtung empfehlenswert. Die Mindesthärte sollte bei 6 ° dH liegen, da sehr weiches Wasser zu erhöhter Lösung von Rohrleitungsmetallen neigt.

Zink

Zink zählt zu den essenziellen Spurenelementen, die der menschliche Körper zwingend benötigt. Im Körper erfüllt Zink wichtige Aufgaben, z.B. als Bestandteil von Enzymen, Insulin-Aktivierung, Aminosäuren-Stoffwechsel, Hormonhaushalt. Im Trinkwasser kommt es häufig als Korrosionsprodukt von verzinkten Stahlleitungen vor. Bei erhöhten Zink-Konzentrationen sollte man auch Blei und Cadmium Im Auge behalten. Für Trinkwasser gibt es einen Richtwert (nicht Grenzwert) von 5 mg/l. Allerdings verleiht Zink dem Wasser schon ab 2 mg/l einen bitteren Geschmack.