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Mikrobiologische Untersuchungen

Koloniezahl

Die Koloniezahl ist ein Indikator für die allgemeine mikrobiologische Belastung des Wassers ohne nähere Hinweise auf vorhandene Krankheitserreger.

Hierbei wird  jeweils 1 ml Wasserprobe auf einen Nährboden gegeben und bei 22 °C und 36 °C für 48 Stunden bebrütet. Die Kolonien, die sich entwickelt haben, werden bei 6 - 8 facher Lupenvergrößerung ausgezählt. Die Bebrütungstemperatur gibt Hinweise auf die Herkunft der Bakterien. Bei 22 °C wächst die Mehrzahl der Keime, die überall in der Umwelt vorkommen, aus dem Boden stammen und Nachverkeimungen bzw. schleimige Beläge in Rohrleitungen ausbilden können. Bei 36 °C entwickeln sich Wärme liebende Bakterienarten, die auf Fäulnisprozesse im Boden und eventuell auf Fäkalien hinweisen.

Für beide Koloniezahlen gilt bei der TrwVO ein Grenzwert von 100, d. h. ein völlig keimfreies Wasser ist aus gesundheitlicher Sicht nicht notwendig.

Häufige Ursachen für erhöhte Koloniezahlen sind verkalkte/verunreinigte Perlatoren/Siebe im Wasserhahn, selten benutzte Wasserhähne, tote Rohrleitungsabschnitte, schlecht gewartete Wasserfilter oder kürzlich durchgeführte Montagearbeiten an der Hausinstallation. Eine vorbeugende, regelmäßige Reinigung des Perlators ist sehr empfehlenswert.

Escherichia coli und coliforme Keime

Die Trinkwasserverordnung fordert, dass Trinkwasser frei von Krankheitserregern sein muss.
Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn in 100 ml Trinkwasser weder E. coli noch Coliforme nachgewiesen werden. Beide Parameter sind Indikatoren, ob das Wasser mit Keimen aus menschlichen oder tierischen Fäkalien oder anderen Ursprungs  belastet ist.

Coliforme Keime vermehren sich rasch.

Viele Arten von coliforme Keimen sind Bestandteil der Darmflora und wichtig für die Verdauung. Daneben gibt es aber auch Arten (z.B. Ehec), die Giftstoffe abgeben und damit den Körper schwächen oder schädigen können. So kann z.B. die Funktion der  Darmschleimhaut gestört und Durchfall verursacht werden. Gelangen solche Keime in die Blutbahn oder die Lunge, kann es zu bakteriellen Infektionen kommen. Eine regelmässige Kontrolle des Brunnenwassers vor allem in ländlichen Regionen mit intensiver Viehhaltung ist empfehlenswert.

Enterokokken

Enterokokken sind kugelförmige Bakterien aus der Dickdarmflora von Menschen, Säugetieren und Vögeln. Da sich Enterokokken nicht in Wasser, sondern nur im Körper vermehren können, sind sie ein eindeutiger Nachweis für fäkale Verunreinigungen des Wassers. Daher besteht bei einem positiven Befund der Verdacht, dass noch weitere pathogene Verunreinigungen vorliegen. Anders als Kolibakterien sind Enterokken wesentlich resistenter gegen Umwelteinflüsse oder Desinfektionsmitteln wie Chlor. Ihr Auftreten  deutet also auf bereits länger vorliegende hygienische Probleme hin.

Nach der TrwVO dürfen in 100 ml Probe keine Enterokokken nachweisbar sein.

Enterokokken können bei Personen mit geschwächtem Immunsystem Wund- und Harnwegsinfektionen verursachen. Problematisch ist auch, dass verschiedene Enterokokken-Stämme Resistenzen gegenüber Antibiotika ausbilden.

Bei einem positiven Befund sollte nur noch abgekochtes Wasser getrunken werden.

Ursache für das Vorkommen von Enterokokken sind häufig lange Stagnationszeiten von Wasser im Rohrleitungssystem, was zur Bildung von Biofilmen führt.