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Ärger mit Moos im Rasen?

Hat sich in Ihrem Rasen über den Winter trotz guter Pflege wieder Moos ausgebreitet? Dann greifen Sie nicht zu den seit Jahren angebotenen Eisendüngern, die Eisen-II-Sulfat enthalten. Diese Eisendünger können für Menschen und Tiere gesundheitsschädlich sein und das empfindliche Bodenleben in der obersten Erdschicht beeinträchtigen.

Auch das Gleichgewicht der Spurenelemente im Boden wird durch eine einseitig hohe Eisengabe durcheinander gebracht. Die Wirkung dieser Eisendünger beruht auf der hochgradigen Ätzwirkung durch Schwefelsäure,  die beim Zerfall von Eisen-II-Sulfat freigesetzt wird. Wir haben oft Fälle im Labor, bei denen durch Überdosierung nicht nur das Moos, sondern auch die Gräser geschädigt wurden. Der Einsatz von Eisendüngern zur Moosbekämpfung ist sinnlos, da die Ursachen des Moosbefalls nicht beseitigt wurden. Das Moos kommt garantiert wieder und der Boden hat durch den Schwefelsäure-Schock Kalkreserven eingebüßt. Ein Eisenmangel der Gräser ist nach unseren Analysen äußerst selten.

Wir raten vom Einsatz von Eisen-II-Sulfat-Düngern dringend ab.

Was fördert das Moos im Rasen?

  • Schatten: Gras braucht viel Sonne, Moos nicht. Ist der Mangel an Licht zu groß, helfen auch Rasenmischungen für den Halbschatten nicht mehr.
  • Nässe: Bei zu viel Feuchtigkeit faulen die Graswurzeln. Bodenverdichtungen können den Abfluss von Wasser behindern. Manchmal hilft es, Sand in den Boden einzubringen. Übrigens steigt bei Sauerstoffmangel im Boden, sei er durch Staunässe oder Verdichtungen verursacht, der Anteil an gelöstem Eisen im Boden stark an. Dann ist der Einsatz von Eisendüngern besonders problematisch.
  • Nährstoffmangel: Über den Abtransport des Schnittgutes gehen dem Boden beträchtliche Mengen an Nährstoffen verloren. Diese lassen sich durch Dünger ersetzen. Düngen Sie aber nicht auf Verdacht, sondern lassen Sie besser prüfen, welcher Nährstoffe oder Spurenelemente wirklich fehlen. Häufige Ursachen sind: Kaliummangel, Bor- und Manganmangel.
  • Verfilzung: Alte Graswurzeln, Unkraut und Moos können einen Filz bilden, der den Gräsern die Luft nimmt. Vertikutieren ist dann zu empfehlen.
  • pH-Wert (Kalkgehalt des Bodens): Gräser gedeihen am besten in einem Bereich zwischen pH 5,5 und 6,5. Das Moos ist nicht so wählerisch und kommt auch außerhalb dieses Bereiches bestens zurecht. Bei einem zu tiefen pH-Wert werden wichtige Nährstoffe im Boden festgelegt, bei zu hohem pH-Wert werden Spurenelemente blockiert. Unsere Bodentests geben Auskunft, ob Ihr Rasen optimal mit Kalk versorgt ist oder nicht.
  • Zu tiefer Schnitt: Die optimale Schnitthöhe für normalen Rasen liegt bei ca. 5 cm, bei Zierrasen ca. 3 - 4 cm. Wird zu tief geschnitten, verliert die Pflanze zu viele Reservestoffe und wird geschwächt.